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Besuch des Hauses der Geschichte in Bonn, 18.02.2006
24 Jugendliche und junge Erwachsene sahen die Dauerausstellung im Haus der Geschichte und nahmen an einer spannenden Führung durch die Sonderausstellung "Flucht, Vertreibung und Integration" teil, die seit dem 03.12.05 läuft und noch bis zum 17.04.06 in Bonn zu sehen ist.

im Haus der Geschichte
Die Ausstellung setzt einen Schwerpunkt auf Flucht und Vertreibung deutscher Bevölkerung, der chronologische Rahmen ist jedoch weiter gespannt: Bereits der Begriff "Jahrhundert der Vertreibungen" macht deutlich, dass der Blick nicht auf das Ende des Zweiten Weltkriegs verengt werden darf. Zwangsumsiedlungen und Vertreibungen in Europa seit Anfang des 20. Jahrhunderts werden exemplarisch beleuchtet.

Die Besucher erfahren, dass Millionen von Menschen im 20. Jahrhundert von Flucht und Vertreibung zu verschiedenen Zeitpunkten und in unterschiedlichen Ländern betroffen waren. Kriege und Konflikte schaffen immer wieder den Rahmen und die Voraussetzungen für Vertreibungen und Flucht. Gleichzeitig wird das individuelle Leid deutlich, das damit für jeden einzelnen Menschen verbunden ist. Die Wechselausstellung verdeutlicht, dass Flucht und Vertreibung deutscher Bevölkerung am Ende des Zweiten Weltkrieges die zahlenmäßig größte erzwungene Bevölkerungsverschiebung des 20. Jahrhunderts war. Zahlreiche Einzelbeispiele führen dies vor Augen: Ausgewählte Zeitzeugen schildern in Interviews ihre Erfahrungen nicht nur während Flucht und Vertreibung, sondern ihre Lebensläufe bis in die Gegenwart.
Gruppenbild vor dem Haus der Geschichte

Einen weiteren biografischen roten Faden bilden die "Lebenswege": Der Besucher kann mit Hilfe einer Codekarte an drei Stationen in der Ausstellung Einzelheiten zum Schicksal eines Flüchtlings oder Vertriebenen abfragen. Für die Auswahl stehen den Besuchern "Lebenswege" von 150 Personen zur Verfügung, die das Haus der Geschichte befragt hat.
Exponate mit persönlichen Geschichten, so das aus Mullbinden zusammengenähte Konfirmationskleid eines kleinen Mädchens, das auf der Flucht in ein Lager in Dänemark geriet oder die Kamera eines Fotografen, der die Flucht der Dorfgemeinschaft und seiner Familie akribisch dokumentierte, ergänzen die biografischen Elemente.

Im Anschluss an die etwa zweistündige Führung nutzten die Jugendlichen die Gelegenheit, um sich in der umfangreichen Dauerausstellung mit vielen original Exponaten wie dem Dienstwagen von Altbundeskanzler Konrad Adenauer, mit der wechselvollen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland bis Heute auseinanderzusetzen. Am Nachmittag waren sich alle Teilnehmer einig, dass der Besuch in Bonn ein voller Erfolg war und es wurden bereits Ideen für die nächste JAK-Fahrt gesammelt.
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Letzte Aktualisierung: Sonntag, 30.07.2017, 14:48 Uhr