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Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
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JAK-Studienfahrt in die Normandie, 29.09.-04.10.2006
(Pressemitteilung)

"Die sind ja genaus so alt wie ich!" - Sichtlich beeindruckt steht Alexander Dropmann vor dem Grab zweier junger deutschen Soldaten auf der Kriegsgräberanlage im französischen La Cambe. Alexander ist 18 Jahre alt und Teilnehmer einer Informationsfahrt des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Tatsächlich sind mehr als 80 Prozent der über 21000 dort beerdigten Soldaten nicht älter 20 Jahre alt geworden.

Vom 29.09. bis zum 04.10.2006 besichtigten 8 junge Menschen des Jugendarbeitskreises Nordrhein-Westfalen die Strände und Museen der Normandie, wo vor mehr als 62 Jahren die größte Militäroperation aller Zeiten stattgefunden hat: die Landung der allierten Streitkräfte an der französischen Nordküste.

Besichtigt wurden aber auch die großen Kriegsgräberanlagen in der Gegend. Egal, welcher Nation und wie die Gräberanlage gestaltet war, beeindruckt waren die Teilnehmer, die aus Rheine, Münster, Recklinghausen und Köln stammten, sichtlich.

Unvorstellbar die Zahl der Toten, die dort beerdigt wurden. Um aktiv bei der Erhaltung der Gräberanlagen zu helfen, wurde an einem Tag auf der deutschen Kriegsgräberanlage gearbeitet und ein Teil der Grabsteine von Vogelkot und Algen gereinigt. Auf die Frage, warum die Jugendlichen ihre Freizeit dafür opferten gab es eine einheitliche Antwort: "Es ist eine sinnvolle Arbeit und wenn man all die Besucher hier auf dem Gräberfeld sieht dann macht es spaß, die Gräber zu pflegen und in einem würdigen Zustand zu erhalten". Es kommen wirklich viele Besucher an diesem Montagvormittag, teilweise ganze Reisebusse. Interessanterweise aber nicht nur Deutsche.

Man merkt ihnen an, dass sie wirklich hinter der Ihrer Meinung stehen. Das Motto des Volksbundes heisst nicht umsonst "Versöhnung über den Gräbern" keine Spur von Heldenverehrung oder kriegsverherrlichendem Gedanken.

Nach dem Pflegeeinsatz geht es am nächsten Tag weiter, die Küste zu erkunden. Landungsstrände, Bunkeranlagen, Steilklippen - all die stummen Zeugen für eine Zeit, in der hier in der Normandie erbittert gekämpft wurde.

Die Teilnehemer der Fahrt, die von Ingo Federhenn-Vortherms geleitet wurde, erhalten bei jeder Sehenswürdigkeit auch schriftliche Informationen zu der jeweiligen Stelle. "Damit sie ihr Wissen auch in den Jugendlagern des Volksbundes weitergeben können, die in den Sommerferien in ganz Europa stattfinden", so der langjährige Betreuer von Ferienfreizeiten. Auch er hält die Arbeit der Jugendlichen für sehr sinnvoll und notwendig, "damit das, was geschehen ist, nie vergessen wird und vor allem nie wieder passieren darf"!
Ingo Federhenn-Vortherms
Letzte Aktualisierung: Sonntag, 30.07.2017, 14:48 Uhr