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Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
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25 Jahre Jugendbegegnungsstätte Ysselsteyn, 16.06.2007
(Pressemitteilung)

"Niemand ist vergessen!" Mit diesen Worten schloss am vergangenen Samstag Reinhard Führer, Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), seine Rede auf der deutschen Kriegsgräberstätte im niederländischen Ysselsteyn.

Anlass war neben dem 60. Jahrestag der Ersteinbettung die Beisetzung zweier Kriegstoter, die kürzlich bei Bauarbeiten in der Nähe der niederländischen Stadt Aalst gefunden wurden. Die beiden Soldaten, beide Anfang 20, wurden bei den Kämpfen in den letzten Kriegmonaten getötet. Ihre Identität blieb leider unbekannt. Mehr als 60 Jahre später wurden Sie in einer schlichten Zeremonie unter Anteilnahme von mehr als 350 Gästen neben den mehr als 32.000 Toten auf der Kriegsgräberstätte Ysselsteyn, unweit der niederländischen Stadt Venlo, beerdigt.
Neben dem Deutscher Botschafter in den Niederlanden, Dr. Thomas Läufer, war auch die Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, Dr. Barbara Hendricks, anwesend.
Eine sehr große Anzahl der Gäste stammte aus den umliegenden niederländischen Gemeinden und von niederländischen Veteranenorganisationen.


Durchgeführt wurde die Einbettung von Jugendlichen des Jugendarbeitskreises im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. "Es war schon ein sehr seltsames Gefühl, den kleinen Holzsarg mit den Überresten der Soldaten entgegenzunehmen und in das Grab herabzulassen", so die einhellige Meinung der Jugendlichen aus Rheine und Münster, die alle zum ersten Mal an so einer Zeremonie teilnahmen.

Die Umbettung von Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind, wird auch noch mehr als 60 Jahre nach Kriegsende durch den VDK durchgeführt. Mehr als 35.000 Tote, fast alle in Osteuropa, wurden im Vergangenen Jahr durch den VDK auf eine Kriegsgräberstätte umgebettet. Dabei ist zu beachten, dass es höchste Zeit ist, da die Arbeiten in Osteuropa im Gegensatz zum Westen, erst vor wenigen Jahren begonnen werden konnte. Da die Zeitzeugen immer weniger werden, wird es immer schwieriger, Grabanlagen in Osteuropa zu finden, zu sichern und die Gefallenen auf Kriegsgräberstätten umzubetten.
Auch moderne Grabräuber, die Ihre illegalen Fundstücke in Internetauktionshäusern vertreiben, erschweren die Arbeit der Umbetter. Jede fehlende Erkennungsmarke macht die Bemühungen zu Nichte, den Angehörigen die letzte Ruhestätte des Gefallenen mitzuteilen. Und dass es noch immer Menschen gibt, die nach dem Verbleib eines Angehörigen forschen, zeigen die mehr als 40.000 Anfragen in der Bundesgeschäftstelle in Kassel.

Im Anschluss and die sehr bewegende Zeremonie wurde der Grundstein für die Erweiterung der anliegenden Jugendbegegnungsstätte gelegt. Dort werden in Zukunft noch mehr Schülergruppen die Möglichkeit haben, in Projekten die Vergangenheit aufzuarbeiten und sich für ein friedliches Miteinander in Europa einzusetzen.
Ingo Federhenn-Vortherms
Letzte Aktualisierung: Sonntag, 30.07.2017, 14:48 Uhr