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Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
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Mini-Workcamp in Dänemark, 01.-05.10.2008
Arbeit auf der Kriegsgräberstätte
Zum dritten Mal gab es nun für JAKler über 18 Jahren die Möglichkeit, in ein Mini-Workcamp außerhalb der gewöhnlichen Workcampsaison zu fahren. Nach zwei Fahrten in die Normandie in den vergangenen Jahren, war nun der hohe Norden das Ziel. Fünf Tage sollte die südlichste Insel Dänemarks erkundet werden.
Am 1. Oktober trafen sich also fünf junge Damen in Essen, um mit dem Volksbund-Bulli auf die weite Reise zu fahren. Das Wetter war schon in Nordrhein-Westfalen nicht vielversprechend, und es sollte auch die kommenden Tage nicht sehr viel besser werden. Dennoch waren alle gespannt auf das Kommende.


Nach knapp sechs Stunden Fahrt hatten sie Hamburg erreicht, wo Dame Nummer Sechs eingeladen wurde (nach einem kurzen Missverständnis dann in Altona).
Selbst die Staus unterwegs konnten der guten Stimmung im Bulli, inzwischen liebenswert „Friedolin“ getauft, nichts anhaben und nach fast zehnstündiger Fahrerei erreichte man das Ziel: Der kleine Ort Mommark, am östlichsten Rand der dänischen Insel Als gelegen.
Hier residierte die Gruppe in zwei kleinen, einfachen Ferienwohnungen mit Blick auf die Ostsee. Schnell hatten sie auch das große, altbekannte Volksbund-Banner aufgehängt und damit klar das Revier markiert, bevor abends noch schnell das Meer begrüßt wurde.
Die Unterkunft

Der zweite Tag sollte mit der Arbeit auf der Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof in Sonderborg beginnen. Dort wurden JAKlerinnen bereits vom Friedhofsverwalter erwartet, der sie dann in einer ausführlichen Führung mit dem außergewöhnlich schönen und gut gepflegten Friedhof vertraut machte.
Auf einem kleinen Kriegsgräberfeld waren 185 Flüchtlinge und 45 Soldaten des zweiten Weltkrieges begraben.
Die Gruppe begann also mit der Reinigung der Grabsteine. Nachdem die Friedhofsgärtner die Kreuze ein paar Tage zuvor bereits mit Algenvernichtungsmitteln behandelt hatten, gestaltete sich diese Aufgabe als nicht sehr schwierig und bereits nach einer Stunde waren alle Steine abgeschrubbt.
Teilnehmer

Anschließend begannen sie mit dem Nachziehen der etwa 200 Inschriften. Leider gaben schon nach kurzer Zeit die Minen der Stifte ihren Geist auf und zwei Teilnehmerinnen machten sich auf den Weg, um in Sonderborgs Innenstadt neue weiße Lackstifte zu kaufen. Aber auch die hielten nicht allzu lange und so dauerte die Arbeit länger als geplant.

Am Nachmittag unterbrach man die Arbeit bis zum nächsten Morgen und der Tag endete mit einem müden Abendessen und einem schönen Strandspaziergang mit anschließendem DVD-Abend.
Am dritten Tag wurde die Arbeit fortgesetzt, alle Stifte waren inzwischen aufgekauft und dennoch wollte es nicht so recht klappen. Sämtliche Finger waren längst weiß gefärbt, weil die Minen lange aufgegeben hatten und jeder Rest Farbe aus den Stiften geholt wurde.
Trotz verlängerter Arbeitszeit war es der kleinen Gruppe nicht möglich, alle Gräberreihen zu bearbeiten, sodass am Ende die Inschriften von zwei Reihen nicht nachgezogen worden waren. Dennoch sah man einen deutlichen Unterschied und es war gute Arbeit geleistet worden. Das lag unter anderem auch an der freundlichen Unterstützung des Friedhofsverwalters, der die jungen Erwachsenen mit Sitzkissen und in der Pause mit Kaffee und Brötchen versorgt hatte.

Das ehemalige Internierungslager
Der Nachmittag des dritten Tages diente zur Erkundung des schönen Ortes Sonderborg, der an der Flensburger Förde liegt. Sowohl am Hafen als auch in der gemütlichen Innenstadt verbrachte die Gruppe einen schönen Nachmittag, an dem sich sogar die Sonne blicken ließ.
Am Samstag besuchte die Gruppe vormittags das ehemalige Internierungslager Frøslevlejrens in Padborg, das heute verschiedene Museen beherbergt. Die Ausstellung über das Lager in den Jahren 1944-1945 ermöglichte den Teilnehmerinnen Einblicke in das Alltagsleben der Gefangenen, das, im Vergleich zu anderen Geschichten aus Konzentrations- oder Internierungslagern, fast erträglich schien. Dennoch gedachte man der zahlreichen Menschen, denen in dieser Zeit die Freiheit beraubt wurde und die unter den vorherrschenden Verhältnissen leiden mussten.

Anschließend fuhr die Gruppe weiter nach Flensburg und verbrachte auf der längsten Einkaufsstraße Europas und im Hafen der Grenzstadt den Rest des Tages. Die zuerst angedachte Schiffstour wurde aufgrund des schlechten Wetters abgesagt und so genehmigte man sich lieber einen heißen Kakao im Café am Wasser.
Am Abend ließen die Sechs bei leckerem Milchreis, warmem Tee und einer DVD das kurze, aber schöne Camp ausklingen, denn am nächsten Tag sollte es früh auf die Rückreise gehen. Trotz zahlreicher Staus wegen des Rückreiseverkehrs vieler Urlauber kam man schließlich auch am späten Nachmittag in Essen an.
Svenja Wildfeuer
Letzte Aktualisierung: Sonntag, 30.07.2017, 14:48 Uhr