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JAK-Frühjahrstreffen auf der Wewelsburg, 20.-22.04.2012
Die Teilnehmer des Frühjahrstreffens vor der Wewelsburg.
Nach einer vergleichsweisen kurzen Anreise für die meisten der 25 Teilnehmer des diesjährigen Frühjahrstreffens des Jugendarbeitskreises NRW kamen wir am späten Freitagnachmittag an der Wewelsburg an. Diese wurde im 17. Jahrhundert als fürstbischöfliches Schloss errichtet und erlangte vor allem dadurch Bekanntheit, dass sie in der Zeit des Dritten Reiches als Schulungsstätte der SS dienen sollte und zu diesem Zwecke teilweise massiv umgestaltet wurde. Heute ist in der einzigen erhaltenen Dreiecksburg Deutschlands ein Museum über die Geschichte des Gebäudes und eine Jugendherberge untergebracht. In dieser bezogen wir unser Quartier für dieses Wochenende.

Nach der Einteilung der Zimmer und dem gemeinsamen Abendessen fand die Begrüßung sowie der erste Teil der JAK-Besprechung statt, bei der, wie üblich, lange und angeregt über aktuelle Themen der Volksbund- und JAK-Arbeit diskutiert wurde.
Beim Arbeitseinsatz packen alle mit an.
Danach stand der gemütliche Teil des Abends auf dem Programm, der dazu genutzt wurde, angeregt weiter zu plaudern oder sich einfach schlafen zu legen.

Der inhaltliche Teil des folgenden Tages begann damit, dass wir von Herrn Ellermann, Mitarbeiter der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg, begrüßt wurden und uns zum Ort des gemeinsamen Arbeitseinsatzes begaben. Das Gelände, auf dem wir arbeiten sollten, gehörte bis 1945 zum nahe gelegenen KZ Niederhagen und wurde sowohl von SS-Männern der Wewelsburg als auch von der Wachmannschaft des KZ als Schießstand genutzt. Die ursprüngliche Anordnung aus eigentlichem Schießstand und Schießgrube ist auch heute noch gut zu erkennen, obwohl ein Teil der Grube in unmittelbarer Nachkriegszeit zugeschüttet wurde. Genau diese Aufschüttungen sollten wir weitestmöglich abtragen. Dazu hatten wir Spitzhacken, Spaten und Eimer bekommen, mit deren Hilfe wir uns sogleich an die Arbeit begeben konnten.
Der pädagogische Mitarbeiter, Herr Ellermann, erklärt die Ausstellung der Wewelsburg.


Die Zusammenarbeit funktionierte sehr gut: Während vorne die Erde abgetragen wurde, bildete der Großteil der Teilnehmer eine Eimerkette bis zum Abfallcontainer, so dass die Arbeit sehr zügig voranschritt. Im Laufe des mehrstündigen Einsatzes wurde dabei so manches interessante Fundstück unter dem Abfall zu Tage gebracht; so stießen wir auf einen Karabiner und einige Patronenhülsen. Obwohl sich alle einig waren, die Aktion bis auf den Nachmittag auszudehnen, mussten wir aufgrund des schlechten Wetters und unserer knurrenden Mägen in die Jugendherberge zurückkehren.

Nach Bad und Essen stand deshalb eine Führung durch die zeitgeschichtliche Ausstellung des Museums auf dem Plan. Auch diesmal schaffte es Herr Ellermann mit vielen Anekdoten und interessanten Details sowohl
Das Wochenende endet mit einer Gedenkfeier auf der nahe liegenden Kriegsgräberstätte.
die Geschichte als auch die aktuellen Gegebenheiten in und um die Burg anschaulich werden zu lassen. Dabei fiel uns vor allem der Kontrast zu den Propagandainstrumentarien der SS in der Burg und dem furchtbaren Alltag des nahen KZs auf. Auch die Ausstellungsräume, die heutige (rechts-) extreme Tendenzen thematisierten, wurden aufmerksam von uns betrachtet. Nachdem wir sowohl Körper als auch Kopf genügend angestrengt hatten, klang der Tag mit einem Abendessen und Gesprächen aus.

Bevor sich schließlich alle am Sonntagmorgen auf dem Heimweg machten, suchten wir zusammen mit Herrn Ellermann die nahe Kriegsgräberstätte auf, um dort zum Abschluss dieses Wochenendes eine kleine Gedenkfeier abzuhalten. So ging ein weiteres schönes, interessantes und lehrreiches JAK-Wochenende zu Ende.
Saskia Ahlers
Letzte Aktualisierung: Sonntag, 30.07.2017, 14:48 Uhr