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Das Miniworkcamp auf der Wewelsburg , 04.-06.09.2015
Nachtreffen/ MiniWorkcamp/ Newcomertreffen auf der Wewelsburg

Vom 04. – 06. September fand das Miniworkcamp auf der Wewelsburg statt. Dieses Workcamp diente in Kombination mit dem Newcomertreffen, um paderborner Jugendliche für den Volksbund und insbesondere den Jak zu begeistern auch als Nachtreffen der Campteilnehmer der NRW-Workcamps.
Kurz nach 18 Uhr, als alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingetroffen und das Abendessen verputzt hatten, trafen sich alle gemeinsam im Gruppenraum in der Jugendherberge der Wewelsburg, wo wir auch untergebracht waren. Es gab eine lustige Vorstellungsrunde, in der alle Teilnehmer anhand einer App auf ihrem Smartphone etwas über sich erzählen sollten. Anschließend wurden ein paar Spiele gespielt, die das Kennenlernen der Teilnehmer und Teamer erleichterten. Danach gab es für die Teilnehmer Freizeit, die diese teilweise in Ihren Zimmern und teilweise draußen vor der Jugendherberge verbrachten. Um halb 11 waren dann aber auch alle so müde, dass jeder einzelne sich in sein Bett begab.
Am nächsten Morgen ging es nach einem stärkenden Frühstück auf zum thematischen Teil des Wochenendes. Norbert Ellermann, Historiker und Mitarbeiter der Gedenkstätte Wewelsburg empfing uns vor dem ehemaligen SS-Wachgebäude, in dem heute die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg mit der Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“ untergebracht ist. Herr Ellermann führt uns durch diese Ausstellung, informierte uns über die Geschichte der Wewelsburg und unterhielt uns mit seiner lustigen und humorvollen Art, trotz dieser ernsten Thematik, bestens.
Am Ende der Ausstellung begaben wir uns in den Nordturm der Wewelsburg. Dort, im ehemaligen, „Obergruppenführersaal“ erzählte Herr Ellermann uns einiges über diesen Raum, über das Bodenornament, die sogenannte „Schwarze Sonne“ und berichtete uns von einigen skurrilen Erlebnissen mit Besuchern, die sich besonders für die Schwarze Sonne interessierten. Anschließend ging es eine Etage tiefer, in die „Gruft“. Dort erwartete uns ein spannendes Phänomen, welches uns Herr Ellermann demonstrierte, denn wenn man sich in dem großen, runden Raum genau gegenüberstellte, konnte man den jeweils anderen, trotz ca. 20 Metern Abstand sogar flüsternd verstehen. Dies beeindruckte alle Beteiligten und man probierte dies auch ausgiebig aus.
Anschließend besuchten wir mit Herrn Ellermann die Ausstellung zum benachbarten, ehemaligen KZ Niederhagen, bevor wir uns zum Mittagessen begaben.
Nachdem sich alle beim Essen gestärkt und danach umgezogen hatten, ging es zu Hauptprogrammpunkt des Wochenendes – die weitere Ausgrabung des SS- Schießstandes, der sich unweit der Burg befindet. Trotz Regen waren alle Teilnehmer super motiviert und wir machten uns nach einer kleinen Einführung durch Herrn Ellermann sofort an die Arbeit. Mit Schaufeln und Spitzhacken wurde ordentlich Erde abgetragen, die dann in Eimer gefüllt und dann per Menschenkette in einen Container geschüttet wurde, wo diese dann noch nach eventuellen Fundstücken durchsucht wurde. Am Nachmittag besuchte uns dann Herr Krümpelmann, ein 90-jähriger Zeitzeuge, der mit 17 Jahren in die Wehrmacht eingezogen wurde und erzählte uns einiges von der damaligen Zeit. Es gab Kuchen und was zu trinken und alle hörten gespannt zu, was Herr Krümpelmann zu erzählen hatte. Nach dieser spannenden Pause machte sich ein Teil der Teilnehmer auf in ein Cafe, um dort weiteren Geschichten von Herrn Krümpelmann zu lauschen. Der Rest blieb noch am Schießstand, um dort weiter zu buddeln. Ausbeute des Tages waren 2 Patronenhülsen, eine britische sowie eine kanadische. Am Ende des Tages waren alle erschöpft und als alle zurück in der Jugendherberge waren, wurde geduscht, zu Abend gegessen und ein paar Runden Werwolf gespielt. Anschließend wurde der Abend mit langen Gesprächen bis tief in die Nacht verbracht.
Am nächsten Morgen, nachdem alle gefrühstückt hatten, zeigte uns Herr Ellermann die immer noch erhaltenen Spuren des Nationalsozialismus im Ort Wewelsburg und das benachbarte KZ Niederhagen. Wir schauten nicht schlecht als wir sahen, wie ehemalige Baracken, in denen Häftlinge damals wohnten, nun als Wohnungen verwendet werden. Anschließend gingen wir auf den ehemaligen Appellplatz, wo nun ein Mahnmal in Form eines Dreiecks, sowie es die Häftlinge zur NS-Zeit auf ihrer Kleidung in verschiedenen Farben tragen mussten, damit erkennbar war, ob sie Juden, Homosexuelle oder „Asoziale“ waren, errichtet wurde. Nach diesem spannenden Rundgang durch Wewelsburg, machten wir uns auf den Rückweg zur Jugendherberge, bedankten und verabschiedeten uns von Norbert Ellermann und machten uns auf, um zu Mittag zu essen. Anschließend verabschiedete sich jeder von jedem, man verabredete sich für die nächsten Veranstaltungen und fuhr Nachhause.
Alles in allem war es ein lustiges, spannendes und tolles Wochenende für alle. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen. Bis zum nächsten Mal!
Nadine Karimanovic
Letzte Aktualisierung: Sonntag, 30.07.2017, 14:48 Uhr