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JAK Herbsttreffen in Münster + Seminar , 25.-27.09.2015
Das lang ersehnte Wochenende des Jugendarbeitskreises NRW stand diesen Herbst unter dem Motto: Verfolgung und Wiedergutmachung in den baltischen Staaten. Einige Jakies, Campteilnehmer diesen Jahres und auch ein paar neue, interessierte Leute fanden sich zusammen, um ein spannendes, lehrreiches und vor allen Dingen spaßiges Wochenende miteinander zu verbringen.
Auf verschiedenen Wegen traten die Teilnehmer den Weg zur Jugendherberge am schönen Aasee in Münster an, einige reisten mit dem Auto, andere mit dem Zug und wieder andere brauchten nur aufs Fahrrad zu steigen. Als um knapp 19 Uhr alle Teilnehmer beisammen waren und alle ihre Zimmer bezogen hatten, machten wir und mit unseren Vorräten des Mitbringbuffets auf den kurzen Weg zu einem schönen Fleckchen am Aasee, an dem wir unser Picknick beginnen konnten. Es gab Frikadellen, Baguette, Dip, Würstchen, Käse, Gebäck und vieeeel Nachtisch. Es wurden Gespräche geführt, sich kennengelernt und gefuttert, bis es dunkel war und es uns langsam zu kalt wurde. Also packten wir unser Picknick zusammen und machten uns gemeinsam auf den Rückweg zur Jugendherberge.
Dort angekommen stellte uns Konstanze kurz das Programm für den nächsten Tag vor und entließ uns danach in die Freizeit. Bis spät in die Nacht wurde geredet, Karten gespielt, viel gelacht, sich kennengelernt und lieb gewonnen. Zu später Stunde fanden dann auch die letzten den Weg in ihre Betten und genossen einen kurzen aber erholsamen Schlaf in ihren gemütlichen Betten.
Am nächsten Morgen, nach einem stärkendem Frühstück, machten wir uns auf den Weg zur Villa ten Hompel, wo unser heutiges Programm stattfinden sollte. Eine Gruppe ging zu Fuß und ließ sich durch Konstanze, die während ihrer Studentenzeit in Münster gelebt hatte, eine spannende Stadtführung nicht entgehen, während die andere, lauffaulere Gruppe, es vorzog, mit dem Bus zur Villa anzureisen.

Die Villa ten Hompel wurde 1924 von Rudolf ten Hompel für sich und seine Familie erbaut, im Nationalsozialismus 1940 von der Ordnungspolizei als Hauptquartier genutzt und diente nach 1954 als Dezernat für Wiedergutmachung der Bezirksregierung, welches für Entschädigungszahlungen an Opfer des Nationalsozialismus zuständig war. Heute ist die Villa ten Hompel ein Geschichtsort, der präventiv gegen Rechtsextremismus und für Demokratie arbeitet.

Vor der Villa empfing und Stefan Querl, Mitarbeiter in der Villa ten Hompel, begrüßte uns herzlich und schoss direkt erstmal ein Gruppenfoto von uns vor dem Eingang der Villa. Dann ging es für uns ins innere und in die obere Etage. Dort wurde uns von Stefan und seinem Team etwas über die Geschichte der Villa ten Hompel erzählt und alte Fotos gezeigt. Anschließen wurden kleine Schokoriegel ausgeteilt und je nach Sorte wurde jeder somit in kleine Gruppen aufgeteilt. In diesen machten wir dann einen Rundgang durch die Villa und uns wurde Detailgenau erzählt, wozu welches Zimmer diente, sowie die Ausstellung erkundet. Wie immer verflog die Zeit viel zu schnell und wir machten uns dann mit einer Mitarbeiterin aus Stefans Team zu einer Gedenktafel auf, bevor wir in die Mittagspause entlassen wurden. Nach dem sich alle in einem Restaurant gestärkt hatten, ging es an das spannende Nachmittagsprogramm auf das alle sehnsüchtig warteten. Wir durften mit Herrn und Frau Middelmann sprechen. Hanna und Wolf Middelmann setzten sich seit Jahren für Holocaustüberlebende in den baltischen Staaten ein, sammeln Spenden, besuchen diese Opfer der NS-Zeit häufig und kennen somit viele Einzelschicksale. Knapp 2 Stunden durften wir die beiden zu allem befragen und die Antworten waren immer spannend und aufschlussreich. Selbst bei persönlichen Fragen wurde uns keine Antwort verweigert. Nach diesem tollen Gespräch, hatten wir noch 2 Stunden bis das Abendessen anstand und wir durften die Zeit in der Innenstadt von Münster nutzen. Nach dem Abendessen berieten wir uns kurz, was wir denn als gemeinsames Abendprogramm machen möchten und entschieden uns dafür, gemeinsam etwas auszugehen. Wir liefen durch Münster und suchten ein gemütliches Lokal, in dem wir etwas trinken gehen konnten. Nachdem wir eines gefunden hatten, setzten wir uns gemeinsam an einen großen Tisch, bestellten was zu trinken und quatschten über alle mögliche. Als wir uns entschlossen, die Bar zu verlassen, machte sich ein Teil der Gruppe auf den Weg zurück in die Jugendherberge, während der andere Teil weiter durch Münster zog. Auch der schönste Abend neigt sich mal dem Ende zu uns so machte sich der zweite Teil der Gruppe zur späten Stunde irgendwann auf den Heimweg um müde aber glücklich ins Bett zu fallen. Am nächsten Morgen stand dann die Abreise an. Wehmut lag in der Luft während die Zimmer geräumt wurden. Nach dem Frühstück hieß es dann Abschied nehmen, der wirklich schwer fiel. Man versprach sich aber, sich auf jeden Fall wiederzusehen. Eine gute Möglichkeit dazu, bietet das Weihnachtscafe im Dezember, zu dem sich die Teilnehmer dann auch verabredeten.
Ein tolles, spannendes und lustiges Wochenende mit tollen Leuten und einem schönen Programm ging so zu Ende. Wir freuen uns aufs nächste Mal!
Nadine Karimanovic
Letzte Aktualisierung: Sonntag, 30.07.2017, 14:48 Uhr